1. Glasversicherung
Für die meisten Mieter und Hausbesitzer völlig überflüssig. Ein zerbrochenes Fenster oder ein Sprung im Kochfeld kostet meist ein paar hundert Euro – das ist kein finanzieller Ruin. Die Beiträge übersteigen über die Jahre oft den Schadenwert.
2. Handyversicherung
Diese Tarife sind im Verhältnis zum Wert des Geräts extrem teuer. Zudem gibt es unzählige Ausschlussklauseln (z. B. “grobe Fahrlässigkeit”, wenn das Handy aus der Tasche rutscht). Meistens ist es klüger, monatlich 5 € zur Seite zu legen.
3. Sterbegeldversicherung
Die Beiträge sind oft so hoch, dass man am Ende mehr einzahlt, als die Versicherung im Todesfall auszahlt. Eine einfache Risikolebensversicherung ist deutlich günstiger und sichert Hinterbliebene besser ab.
4. Reisegepäckversicherung
Die Bedingungen für eine Auszahlung sind extrem streng. Wer sein Gepäck auch nur eine Sekunde aus den Augen lässt, geht leer aus. Oft sind Diebstähle zudem bereits über die Hausratversicherung (Außenversicherung) abgedeckt.
5. Brillenversicherung
Häufig ein Lockangebot beim Optiker. Rechnet man die monatlichen Beiträge gegen den Zuschuss, den man alle zwei Jahre erhält, bleibt kaum ein Gewinn übrig. Sparen Sie das Geld lieber direkt für das nächste Gestell.
6. Insassenunfallversicherung
Diese Versicherung ist in Deutschland fast immer unnötig. Bei einem Unfall sind Mitfahrer bereits über die Kfz-Haftpflicht des Fahrers (oder des Unfallgegners) abgesichert.
7. Krankentagegeld für gesetzlich Versicherte (bei kurzem Kranksein)
Gesetzlich Versicherte erhalten 6 Wochen Lohnfortzahlung. Erst danach wird es kritisch. Eine Versicherung, die schon ab dem ersten Tag zahlt, ist für Angestellte meist unnötig teuer. Wichtiger ist die Absicherung des Verdienstausfalls ab der 7. Woche.
8. Hochzeitsrücktrittsversicherung
Klingt romantisch, ist aber teuer. Sie greift meist nur bei schweren Krankheiten oder Todesfällen. “Kalte Füße” oder Streit sind nicht versichert. Das Risiko lässt sich meist besser durch kulante Stornierungsbedingungen der Location managen.
9. Versicherung gegen häusliche Notfälle (Schutzbriefe)
Viele Stromanbieter oder Versicherer verkaufen Zusatzpakete für Rohrreinigung oder Schlüsseldienste. Die Leistungen sind oft auf geringe Beträge gedeckelt. Ein seriöser Handwerker vor Ort ist im Notfall oft die stressfreiere Wahl.
10. Kapitallebensversicherung (Altverträge prüfen)
In Zeiten niedriger Zinsen fressen die Verwaltungskosten oft die Rendite auf. Wenn der Vertrag nicht steuerlich extrem bevorteilt ist (Altverträge vor 2005), fahren viele mit einem einfachen ETF-Sparplan und einer separaten Risikolebensversicherung deutlich besser.
Zusammenfassung: Die Faustregel
Versichern Sie nur Risiken, die Sie finanziell ruinieren würden. Alles, was Sie aus der Portokasse oder von kleinen Ersparnissen bezahlen können, braucht keine Versicherung.
11. Kinderinvaliditätszusatzversicherung (Beitragsbefreiung)
Oft werden Sparverträge für Kinder mit einer Klausel verkauft, die die Beiträge übernimmt, falls das Kind invalide wird. Das klingt gut, ist aber meist extrem teuer eingepreist. Besser ist eine eigenständige Kinderinvaliditätsversicherung, die eine monatliche Rente zahlt, um die erhöhten Lebenskosten abzudecken.
12. Mietnomadenversicherung (für private Vermieter)
Die Hürden für eine Auszahlung sind gewaltig. Oft muss erst ein rechtskräftiges Räumungsurteil vorliegen, was Monate dauern kann. Die hohen Prämien fressen bei nur einer vermieteten Wohnung oft die komplette Rendite auf, während das Risiko durch eine sorgfältige Bonitätsprüfung der Mieter besser gesenkt werden kann.
13. Kreditlebensversicherung (Restschuldversicherung)
Diese wird oft bei Ratenkrediten “mitverkauft”. Sie ist im Verhältnis zur Kreditsumme massiv überteuert und treibt den effektiven Jahreszins versteckt in die Höhe. Wenn Sie Angehörige absichern wollen, ist eine separate Risikolebensversicherung fast immer die günstigere Wahl.
14. Ergänzende Krankenhaus-Tagegeldversicherung
Nicht zu verwechseln mit dem Krankentagegeld (Verdienstausfall). Das Krankenhaus-Tagegeld zahlt lediglich einen festen Betrag pro Tag im Krankenhaus. Da die gesetzliche Zuzahlung in Deutschland auf 10 € pro Tag für maximal 28 Tage begrenzt ist, ist das Risiko mit 280 € überschaubar und braucht keine Versicherung.
15. Tier-Krankenvollversicherung (ohne OP-Schutz)
Reine Krankenversicherungen für Tiere, die jeden Tierarztbesuch (Impfungen, Wurmkuren) abdecken, sind sehr teuer. Sinnvoller ist oft eine reine OP-Versicherung, die das wirklich teure Risiko (Operationen nach Unfällen) abdeckt, während man Kleinstbeträge selbst zahlt.
Warum wir diese Versicherungen trotzdem abschließen
Häufig spielen Versicherer mit der Angst vor unvorhersehbaren Kosten. Doch wer genau nachrechnet, merkt:
- Geringe Eintrittswahrscheinlichkeit: Viele der versicherten Ereignisse treten fast nie ein.
- Strenge Ausschlusskriterien: Im Kleingedruckten finden sich oft Wege, wie die Versicherung die Zahlung verweigern kann.
- Selbstvorsorge ist billiger: Die Verwaltungskosten eines Versicherers machen einen großen Teil Ihrer Prämie aus. Wenn Sie diesen Betrag selbst sparen, behalten Sie 100 % des Geldes.
Ihr nächster Schritt
Überprüfen Sie Ihren Kontoauszug: Welche dieser Posten werden monatlich oder jährlich abgebucht? Oft reicht ein kurzes Kündigungsschreiben, um sofort 200 € bis 500 € pro Jahr mehr in der Tasche zu haben.

