HomeUncategorizedShort Selling: So profitierst du von fallenden Börsenkursen

Short Selling: So profitierst du von fallenden Börsenkursen

Short Selling (oder auch „Leerverkauf“) ist eine Strategie an der Börse, mit der man Geld verdient, wenn Kurse fallen. Während man beim normalen Investieren („Long“) günstig kauft und teurer verkauft, dreht man beim Shorten die Reihenfolge einfach um.

Wie funktioniert Short Selling?

Der Prozess lässt sich in vier einfachen Schritten zusammenfassen:

  1. Leihen: Du leihst dir eine Aktie von deinem Broker (die eigentlich einem anderen Anleger gehört).
  2. Verkaufen: Du verkaufst diese geliehene Aktie sofort zum aktuellen Marktpreis (z. B. 100 €). Du hast nun 100 € Cash, aber eine Schuld von einer Aktie.
  3. Warten: Der Kurs fällt wie erhofft (z. B. auf 70 €).
  4. Rückkauf & Rückgabe: Du kaufst die Aktie für 70 € zurück („Glattstellen“) und gibst sie dem Verleiher zurück.

Dein Gewinn: Die Differenz zwischen dem Verkaufspreis (100 €) und dem Rückkaufpreis (70 €) = 30 € (abzüglich Gebühren).


Die zwei Seiten der Medaille

Chance (Warum man es tut)Risiko (Warum es gefährlich ist)
Profit bei Bärenmärkten: Du kannst auch in Krisenzeiten Geld verdienen.Theoretisch unbegrenztes Risiko: Eine Aktie kann nur auf 0 fallen (begrenzter Gewinn), aber unendlich weit steigen (unbegrenzter Verlust).
Absicherung (Hedging): Du kannst dein Depot gegen Verluste schützen, indem du Short-Positionen als „Versicherung“ aufbaust.Short Squeeze: Wenn ein Kurs plötzlich stark steigt, müssen viele Shortseller gleichzeitig zurückkaufen. Das treibt den Kurs noch schneller extrem nach oben.
Markteffizienz: Shortseller decken oft Überbewertungen oder Betrug (wie z. B. bei Wirecard) auf.Kosten: Man zahlt Leihgebühren und Zinsen an den Broker, solange die Position offen ist. Auch Dividenden musst du an den Verleiher zahlen.

Wichtige Fachbegriffe

  • Gedeckter Leerverkauf: Der Standardfall – die Aktie wird vor dem Verkauf ordnungsgemäß geliehen.
  • Naked Short Selling: Verkauf ohne vorherige Leihe. In vielen Ländern (auch in der EU) für Privatanleger verboten oder stark reguliert.
  • Margin Call: Wenn der Kurs gegen dich läuft, verlangt der Broker mehr Geld als Sicherheit. Kannst du nicht zahlen, wird die Position zwangsgeschlossen.
  • Alternative Instrumente: Privatpersonen shorten oft nicht direkt die Aktie, sondern nutzen Put-Optionsscheine, Hebelzertifikate oder CFDs, um auf fallende Kurse zu setzen.

Ein reales Beispiel: Der GameStop-Hype (2021)

Große Hedgefonds hatten massiv auf den Untergang der Ladenkette GameStop gewettet. Kleinanleger (über Reddit) kauften die Aktie jedoch massenhaft, was den Kurs explodieren ließ. Die Shortseller wurden gezwungen, zu extrem hohen Preisen zurückzukaufen, was zu Milliardenverlusten führte – ein klassischer Short Squeeze.

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