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Immobilien finanzieren ohne Eigenkapital: Die bittere Wahrheit und der geheime Weg in die eigenen vier Wände

Warum dieses Thema heute wichtiger ist denn je

In Zeiten von Inflation und unsicheren Rentensystemen ist die Immobilie in Deutschland das letzte Bollwerk der Mittelschicht. Wer heute kein Eigentum erwirbt, zahlt im Alter Mieten, die vermutlich die gesamte Rente verschlingen werden. Doch die Zinsen sind gestiegen, und die Banken sind vorsichtiger geworden.

Früher hieß es: 20 Prozent Eigenkapital sind Pflicht. Wer das nicht hatte, wurde beim Berater gar nicht erst vorgelassen. Doch der Markt hat sich gewandelt. Die Banken brauchen gute Kreditnehmer. Wenn Ihr Einkommen stabil ist, sind Sie für die Bank wertvoller als ein Erbe mit einem einmaligen Geldsegen, aber ohne Disziplin.

Was bedeutet „Finanzieren ohne Eigenkapital“ eigentlich?

Es gibt zwei Arten der Finanzierung ohne Erspartes, die Sie kennen müssen:

  1. Die 100-Prozent-Finanzierung: Die Bank übernimmt den kompletten Kaufpreis der Immobilie. Sie müssen lediglich die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) selbst zahlen. Das sind meist etwa 10 bis 12 Prozent des Kaufpreises.
  2. Die 110-Prozent-Finanzierung: Dies ist die „Königsdisziplin“. Hier finanziert die Bank sogar die Nebenkosten mit. Sie unterschreiben den Vertrag und haben am nächsten Tag keinen Cent weniger auf dem Konto – aber eine Immobilie im Grundbuch.

Ihr Schritt-für-Schritt-Plan zum Eigenheim ohne Erspartes

Gehen Sie diesen Weg methodisch. Ein einziger Fehler bei der Vorbereitung kann dazu führen, dass Sie für Jahre gesperrt werden.

Schritt 1: Die gnadenlose Haushaltsrechnung Bevor Sie zur Bank gehen, müssen Sie Ihre Zahlen kennen. Notieren Sie jeden Euro, der rein- und rausgeht. Die Bank wird genau das tun. Rechnen Sie eine Pauschale für Lebenshaltungskosten ein. Wenn am Ende nicht mindestens 800 bis 1.200 Euro „Luft“ für die Rate bleiben, wird es schwierig.

Schritt 2: Optimierung der Bonität (Schufa-Check) Ein einziger vergessener Handyvertrag kann Ihren Traum platzen lassen. Fordern Sie eine kostenlose Schufa-Selbstauskunft an. Löschen Sie veraltete Einträge. Ein Score über 95 Prozent ist für eine Vollfinanzierung fast unerlässlich.

Schritt 3: Die Objektauswahl (Der Bank-Faktor) Ohne Eigenkapital finanzieren Banken nur Immobilien, die „werthaltig“ sind. Eine baufällige Ruine im tiefsten Wald wird niemand zu 110 Prozent finanzieren. Suchen Sie nach Lagen in B-Städten oder Speckgürteln, in denen die Bank das Risiko eines Wertverlusts als gering einschätzt.

Schritt 4: Vergleich der regionalen und überregionalen Banken Ihre Hausbank wird oft „Nein“ sagen, weil sie konservativ ist. Online-Vermittler oder spezialisierte Finanzberater haben Zugriff auf Portfolios von hunderten Banken, die explizit nach Vollfinanzierungen suchen, um ihr Geschäftsvolumen zu steigern.

Schritt 5: Die Zinsbindungs-Falle umgehen Da Sie kein Eigenkapital einbringen, ist das Risiko für die Bank höher. Das lässt sie sich durch einen Zinsaufschlag bezahlen. Sichern Sie sich diesen Zins so lange wie möglich (mindestens 15 oder 20 Jahre), damit Sie nicht in eine Zinsfalle tappen, wenn die Raten nach der ersten Zinsbindung steigen.

Speichern Sie sich diesen Abschnitt. Wenn Sie mit einem Berater sprechen, kommen Sie genau auf diese Schritte zurück, um Kompetenz zu zeigen.

Beispiele aus der deutschen Praxis

Nehmen wir an, Sie möchten eine Wohnung in Leipzig für 250.000 Euro kaufen.

  • Szenario A (Klassisch): Sie bringen 50.000 Euro Eigenkapital ein. Die Bank gibt Ihnen 200.000 Euro zu einem Top-Zins von 3,5 Prozent.
  • Szenario B (Ohne Eigenkapital): Sie finanzieren die vollen 250.000 Euro. Die Bank verlangt aufgrund des Risikos 4,2 Prozent Zinsen.

Ja, Sie zahlen im Monat etwa 150 bis 200 Euro mehr. Aber: Sie behalten Ihr Geld (falls vorhanden) für Notfälle oder investieren es anderweitig. Vor allem aber: Sie besitzen die Immobilie jetzt und warten nicht weitere 10 Jahre, in denen die Preise um vielleicht weitere 30 Prozent steigen könnten.

Die gefährlichsten Fehler: Was Sie unbedingt vermeiden müssen

  1. Konsumkredite parallel laufen lassen: Kaufen Sie niemals das neue Auto auf Pump, kurz bevor Sie die Baufinanzierung anfragen. Das senkt Ihre Kreditwürdigkeit massiv.
  2. Die Instandhaltung vergessen: Wenn Sie ohne Puffer kaufen, trifft Sie ein kaputtes Dach oder eine defekte Heizung hart. Bilden Sie ab dem ersten Monat Rücklagen.
  3. Zu geringe Tilgung: Bei einer Vollfinanzierung sollten Sie mindestens 2 Prozent, besser 3 Prozent tilgen. Sonst zahlen Sie 40 Jahre lang und gehören am Ende immer noch der Bank.

Die langfristige finanzielle Auswirkung

Wer heute ohne Eigenkapital kauft, geht eine Wette ein: Die Wette, dass die Inflation den Wert des Geldes mindert, während der Sachwert Immobilie stabil bleibt oder steigt. In 20 Jahren wird Ihre Kreditrate durch die Inflation „günstiger“ wirken, während die Mieten in den Städten voraussichtlich weiter explodieren werden.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in 25 Jahren auf Ihrer Terrasse. Die Mieten um Sie herum sind doppelt so hoch wie heute. Aber Ihre Rate? Die ist gleich geblieben oder sogar weggefallen. Das ist der Moment, in dem sich der Mut von heute auszahlt.

Was Sie heute tun sollten

Warten Sie nicht auf das „perfekte“ Sparkonto. Das wird bei der aktuellen Inflation vielleicht nie kommen.

  1. Prüfen Sie Ihre Netto-Kaufkraft.
  2. Sprechen Sie mit einem unabhängigen Finanzierungsexperten (nicht nur mit Ihrer Hausbank!).
  3. Lassen Sie sich eine Vorab-Zusage geben, damit Sie beim nächsten Immobilienfund sofort zuschlagen können.

Teilen Sie diesen Artikel mit Menschen, denen finanzielle Sicherheit wichtig ist. Viele wissen gar nicht, dass diese Tür für sie offen steht.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Ist eine Finanzierung ohne Eigenkapital überhaupt seriös? Ja, sie ist absolut seriös und in der Finanzwelt als 100%- oder 110%-Finanzierung bekannt. Es ist ein reguläres Bankprodukt, das jedoch eine sehr gute Bonität voraussetzt.

2. Brauche ich ein extrem hohes Gehalt? Ein hohes Gehalt hilft, aber wichtiger ist die Beständigkeit. Ein Beamter oder ein Angestellter in ungekündigter Stellung mit einem überdurchschnittlichen Haushaltseinkommen (ca. 3.500 Euro netto für einen Haushalt) hat gute Chancen.

3. Wie hoch sind die Zinsen bei einer Vollfinanzierung? Rechnen Sie mit einem Aufschlag von ca. 0,5 % bis 1,0 % gegenüber einer Finanzierung mit 20 % Eigenkapital. Das ist der Preis für das Risiko, das die Bank übernimmt.

4. Kann ich auch im Ausland (z.B. Österreich) so finanzieren? In Österreich sind die Regeln durch die KIM-Verordnung (Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungs-Begrenzungsverordnung) deutlich strenger geworden. Dort ist Eigenkapital (meist 20 %) oft gesetzlich vorgeschrieben, während Deutschland hier flexibler bleibt.

5. Was passiert, wenn die Immobilienpreise fallen? Das ist das Hauptrisiko. Wenn Sie verkaufen müssen und die Immobilie weniger wert ist als der Kredit, bleiben Schulden übrig. Daher ist eine Vollfinanzierung nur für Menschen geeignet, die planen, die Immobilie langfristig (15+ Jahre) zu behalten.

6. Welche Banken machen das? Meist sind es große Direktbanken oder spezialisierte Vermittler. Lokale Sparkassen sind oft zurückhaltender, es sei denn, Sie sind langjähriger Kunde mit tadelloser Historie.

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