1. Das Holding-Modell: „Sparen im Unternehmen“
Statt Vermögen privat zu halten, gründen Reiche oft eine Holding-GmbH.
- Der Trick: Wenn eine Tochtergesellschaft (z. B. ein Handwerksbetrieb oder eine Immobilien-GmbH) Gewinne an die Holding ausschüttet, fallen darauf in Deutschland oft nur ca. 1,5 % Steuern an (statt 25 % Abgeltungsteuer plus Soli im Privatvermögen).
- Der Effekt: Das Geld bleibt fast ungeschmälert im „Firmenkreislauf“ und kann sofort reinvestiert werden. Die hohen Steuern fallen erst an, wenn man sich das Geld privat auf das Konto auszahlt – was Reiche oft vermeiden.
2. „Buy, Borrow, Die“: Leben auf Pump
Das ist eine der mächtigsten Strategien der Ultra-Reichen (berühmt geworden durch US-Milliardäre wie Elon Musk oder Jeff Bezos):
- Buy (Kaufen): Sie kaufen Vermögenswerte (Aktien, Immobilien), die im Wert steigen. Solange sie nicht verkaufen, entsteht kein zu versteuerndes Einkommen.
- Borrow (Leihen): Statt Aktien zu verkaufen (und Steuern zu zahlen), nutzen sie diese als Sicherheit für Kredite. Kredite sind kein Einkommen und damit steuerfrei. Mit dem geliehenen Geld finanzieren sie ihren Lebensstil.
- Die (Sterben): Die Kredite werden nach dem Tod aus dem Erbe getilgt. In vielen Ländern (wie den USA) wird die Wertsteigerung der Aktien beim Erbgang steuerlich „genullt“ (Step-up in basis), wodurch die Steuerschuld praktisch verpufft.
3. Familienstiftungen: Das Geld „gehört mir nicht mehr“
Eine Stiftung ist rechtlich gesehen ein „Sack voller Geld“, der sich selbst gehört.
- Vermögensschutz: Da das Vermögen der Stiftung gehört, ist es vor dem Zugriff des Staates (Erbschaftsteuer) weitgehend geschützt.
- Erbschaftsteuer-Trick: In Deutschland fällt bei einer Familienstiftung alle 30 Jahre eine sogenannte Erbersatzsteuer an. Diese ist jedoch oft deutlich kalkulierbarer und niedriger als die normale Erbschaftsteuer beim Generationenwechsel.
- Privilegierte Ausschüttung: Stiftungen können Familienmitglieder unterstützen, wobei oft geringere Steuersätze oder Freibeträge genutzt werden können.
4. Steuerfreie Veräußerungsgewinne (Immobilien)
In Deutschland gibt es ein spezielles Privileg für Immobilien:
- Wer eine Immobilie privat hält und nach 10 Jahren verkauft, zahlt auf den Gewinn 0 % Steuern.
- Reiche nutzen dies massiv aus, indem sie große Portfolios über Jahrzehnte halten und die Wertsteigerung komplett steuerfrei einstreichen.
Zusammenfassung: Der Unterschied
| Merkmal | Normalverdiener | Reiche / Unternehmer |
| Besteuerungsgrundlage | Einkommen (Lohn) | Vermögenszuwachs & Ausschüttung |
| Steuersatz | Bis zu 42 % (oder 45 %) | Oft 1,5 % (Holding) oder 0 % (Kredit) |
| Kontrolle über Zeitpunkt | Staat bestimmt (monatlich) | Man selbst bestimmt (bei Auszahlung) |

