Wie Copy-Trading funktioniert
Beim Copy-Trading kopiert dein Handelskonto die Trades eines anderen Nutzers in Echtzeit. Dabei wird das Volumen meist proportional angepasst. Wenn der Profi 1 % seines Kapitals in Gold investiert, wird auch in deinem Konto 1 % des verfügbaren Guthabens für Gold verwendet.
Die Vorteile auf einen Blick
- Zeitersparnis: Kein eigenes Research oder Marktbeobachtung nötig.
- Lerneffekt: Du kannst sehen, welche Strategien Profis anwenden und wann sie Positionen schließen.
- Zugang zu Märkten: Du partizipierst an Märkten (z. B. Forex oder Rohstoffe), von denen du selbst vielleicht wenig verstehst.
Die versteckten Risiken
Hinter den glänzenden Performance-Kurven lauern oft Gefahren, die Anfänger leicht übersehen:
1. Die „Survivorship Bias“ (Überlebenden-Irrtum)
Auf den Plattformen werden meist die Trader mit der höchsten Rendite oben angezeigt. Was man nicht sieht: Die Tausenden anderen Trader, die ihr Konto bereits „geplättet“ haben. Oft gehen diese Top-Trader extrem hohe Risiken ein, um kurzfristig in der Rangliste nach oben zu kommen.
2. Zeitverzögerung (Slippage)
Selbst Millisekunden entscheiden im Trading über Gewinn und Verlust. Wenn der Profi zu einem Kurs von 1,1000 kauft, deine Software den Trade aber erst bei 1,1005 ausführt, schrumpft deine Gewinnmarge. Über viele Trades hinweg kann das den Unterschied zwischen Profit und Verlust ausmachen.
3. Das psychologische Problem
Wenn der Profi eine Pechsträhne hat (Drawdown), verlieren viele Kopierer die Nerven und schalten das System genau zum schlechtesten Zeitpunkt ab – oft kurz bevor die Erholung eintritt.
4. Kosten und Gebühren
Neben den üblichen Spreads verlangen viele Plattformen oder Trader eine Gewinnbeteiligung (Performance Fee) oder Management-Gebühren. Diese fressen die Netto-Rendite auf.
Checkliste: Worauf solltest du achten?
Wenn du es ausprobieren möchtest, solltest du diese Kriterien prüfen:
| Kriterium | Worauf du achten solltest |
| Historie | Hat der Trader mindestens 12–24 Monate konstante Ergebnisse gezeigt? |
| Max. Drawdown | Wie viel hat der Trader im schlimmsten Fall verloren? (Alles über 20–25 % ist riskant). |
| Eigenkapital | Handelt der Profi mit echtem, nennenswertem Geld oder nur mit einem Demo-Konto? |
| Strategie | Nutzt er riskante Methoden wie „Martingale“ (Einsatzverdopplung bei Verlust)? Vorsicht geboten! |
Fazit: Lohnt es sich?
Copy-Trading ist kein „Geldautomat“. Es ist eine Form der Geldanlage, die aktives Monitoring erfordert. Es eignet sich für Menschen, die bereit sind, die Kontrolle abzugeben, aber gleichzeitig das Risiko verstehen, dass die Strategie des Profis jederzeit scheitern kann.
Wichtiger Hinweis: Investiere niemals Geld, das du für deinen Lebensunterhalt benötigst. Im Trading ist ein Totalverlust jederzeit möglich.

