HomeUncategorizedBerufsunfähigkeit: Wie Sie Ihre Arbeitskraft absichern, bevor es zu spät ist

Berufsunfähigkeit: Wie Sie Ihre Arbeitskraft absichern, bevor es zu spät ist

1. Warum die staatliche Absicherung meist nicht reicht

Viele verlassen sich auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Diese hat jedoch zwei entscheidende Haken:

  • Abstrakte Verweisung: Der Staat prüft nicht, ob Sie in Ihrem jetzigen Job arbeiten können, sondern ob Sie irgendeine Tätigkeit ausüben können (z. B. Pförtner oder Briefsortierer).
  • Geringe Höhe: Die volle Erwerbsminderungsrente beträgt oft nur etwa 30–35 % des letzten Bruttoeinkommens – das reicht meist nicht aus, um den Lebensstandard zu halten.

2. Die wichtigsten Kriterien einer guten BU-Versicherung

Achten Sie beim Vergleich der Tarife auf das „Kleingedruckte“. Ein guter Vertrag sollte folgende Punkte enthalten:

MerkmalBedeutung
Verzicht auf abstrakte VerweisungDie Versicherung darf Sie nicht auf einen anderen Beruf verweisen. Gezahlt wird, wenn Sie Ihren konkreten Job nicht mehr ausüben können.
Rückwirkende LeistungDie Rente wird auch ausgezahlt, wenn die Berufsunfähigkeit erst verspätet festgestellt wird.
NachversicherungsgarantieSie können die Rentenhöhe bei Ereignissen wie Heirat, Hauskauf oder Gehaltssprung ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.
6-Monate-PrognoseEs reicht aus, wenn ein Arzt bestätigt, dass Sie voraussichtlich 6 Monate unfähig sein werden zu arbeiten.

3. Strategische Tipps: Bevor es „zu spät“ ist

Der Faktor Zeit (Eintrittsalter)

Je früher Sie abschließen, desto günstiger sind die Beiträge. Ein Student oder Azubi zahlt deutlich weniger als ein 40-jähriger Quereinsteiger, da das statistische Risiko geringer ist und der Gesundheitszustand meist besser ist.

Die Gesundheitsprüfung – Ehrlich währt am längsten

Der häufigste Grund, warum Versicherungen im Ernstfall nicht zahlen, sind Vorvertragliche Anzeigepflichtverletzungen.

  • Geben Sie alle Vorerkrankungen der letzten 5–10 Jahre lückenlos an.
  • Fordern Sie im Zweifel Ihre Patientenakte bei der Krankenkasse oder Ihrem Hausarzt an.

Die optimale Rentenhöhe

Orientieren Sie sich an Ihren Fixkosten. Experten empfehlen, etwa 75 % bis 80 % des Nettoeinkommens abzusichern. Vergessen Sie dabei nicht, dass Sie von der BU-Rente ggf. noch Krankenkassenbeiträge und Steuern zahlen müssen.


Wichtiger Hinweis: Wenn Sie aufgrund von Vorerkrankungen keine klassische BU erhalten, gibt es Alternativen wie die Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die Grundfähigkeitsversicherung oder eine Dread-Disease-Versicherung (Schwere Krankheiten).

Leistungsdynamik (Garantiert): Auch im Leistungsfall, wenn Sie bereits BU-Rente beziehen, sollte die Rente jährlich steigen, damit Ihre Kaufkraft über Jahrzehnte stabil bleibt.

Die Laufzeit beachten: Versichern Sie sich idealerweise bis zum 67. Lebensjahr. Ein Ende mit 60 oder 63 spart zwar Prämie, hinterlässt aber eine gefährliche Lücke bis zum Renteneintritt.

Karenzzeiten prüfen: Falls Sie über ausreichend Ersparnisse verfügen, können Sie eine Karenzzeit vereinbaren (Zahlung erst nach 6 oder 12 Monaten), um den monatlichen Beitrag spürbar zu senken.

Berufsgruppen-Check: Prüfen Sie bei einem Jobwechsel, ob Sie in eine günstigere Risikogruppe eingestuft werden können – viele Versicherer erlauben ein “Upgrade”, aber niemals ein “Downgrade”.

Teilzeitklausel: Achten Sie darauf, dass der Vertrag auch bei Reduzierung der Arbeitszeit (z. B. wegen Kindererziehung) den vollen Schutz bietet und die 50-%-Hürde fair berechnet wird.

AU-Klausel (Gelbe-Schein-Regelung): Eine sehr wertvolle Ergänzung. Hier leistet die Versicherung bereits, wenn Sie lediglich lange krankgeschrieben sind, ohne dass die dauerhafte Berufsunfähigkeit bereits feststehen muss.

Weltweiter Schutz: Stellen Sie sicher, dass der Versicherungsschutz auch dann besteht, wenn Sie Ihren Wohnsitz oder Arbeitsplatz vorübergehend oder dauerhaft ins Ausland verlegen.

Rehabilitation und Umschulung: Gute Tarife zahlen Einmalbeträge für Wiedereingliederungsmaßnahmen oder Umschulungen, um Ihnen den Weg zurück ins Berufsleben zu ebnen.

Netto- vs. Bruttobeitrag: Unterscheiden Sie zwischen dem Zahlbeitrag (inkl. Überschussbeteiligung) und dem Tarifbeitrag (Maximalbetrag). Ein stabiler Versicherer hält die Differenz über Jahre gering.

RELATED ARTICLES

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

- Advertisment -
Google search engine

Most Popular

Recent Comments