1. Warum stürzen die Tech-Werte gerade ab?
Der aktuelle Ausverkauf ist keine Panik ohne Grund, sondern ein Mix aus mehreren Faktoren:
- Zollstreit USA-China: Die Eskalation bei den Importzöllen (bis zu 34 % auf US-Waren durch China) belastet die Lieferketten der Hardware-Giganten.
- KI-Skeptizismus: Nach dem massiven Hype der letzten zwei Jahre fordern Anleger nun handfeste Gewinne aus KI-Investitionen. Unternehmen, die nur “Potenzial” ohne Erträge zeigen, werden abgestraft.
- Geopolitik: Die Spannungen im Nahen Osten und rund um Taiwan haben die Volatilität (VIX) zeitweise auf einen Wert von 60 getrieben – ein seltenes Stress-Niveau.
2. “Günstig nachkaufen” – Die Strategie-Checkliste
Bevor du den Kauf-Button drückst, solltest du die Titel nach ihrer Qualität sortieren:
| Kategorie | Einschätzung | Beispiele |
| Die Marktführer | Haben tiefe “Burggräben” (Moats) und volle Kassen. Der Absturz ist hier meist ein Rabatt auf Qualität. | Microsoft, NVIDIA, Alphabet |
| KI-Infrastruktur | Rechenzentren und Halbleiter bleiben langfristig essenziell, leiden aber kurzfristig unter Zoll-Ängsten. | Broadcom, Oracle, Micron |
| Wachstums-Wetten | Hohe Volatilität. Hier nur investieren, wenn das Geschäftsmodell bereits profitabel ist. | Spotify, Duolingo, AppLovin |
3. Worauf du jetzt achten musst
- Nicht ins fallende Messer greifen: Der Markt ist aktuell nervös. Statt alles auf einmal zu investieren, bietet sich ein schrittweiser Einstieg (Tranchen) an, um den Durchschnittspreis zu optimieren.
- Zinssignale der Fed: Für die Sitzung im Dezember gibt es unterschiedliche Signale. Eine Zinssenkung könnte den Tech-Werten den nötigen Aufwind für eine Neujahrsrallye geben.
- Bewertungen prüfen: Einige Analysten (z. B. Morningstar) sehen Tech-Werte wie Adobe oder Akamai aktuell als deutlich unterbewertet an (teils 30-40 % unter dem fairen Wert).
Fazit: Historisch gesehen war ein Bärenmarkt im Tech-Sektor auf Sicht von 12 bis 18 Monaten fast immer eine Kaufgelegenheit. Wenn du einen langfristigen Horizont hast, sind die aktuellen Kurse attraktive Einstiegspunkte – vorausgesetzt, du setzt auf Unternehmen mit soliden Cashflows statt auf reine Hoffnungswerte.
