1. Kurzfristig: Sicherheit und Liquidität
Wenn du das Geld innerhalb der nächsten Monate oder 1-2 Jahre benötigst (z. B. als Notgroschen), stehen Sicherheit und Verfügbarkeit an erster Stelle.
- Tagesgeldkonto: Der Klassiker. Du kommst jederzeit an dein Geld, und viele Banken bieten mittlerweile wieder attraktive Zinssätze an.
- Tipp: Achte auf Neukundenangebote, aber prüfe auch die Zinsen für Bestandskunden.
- Festgeld: Wenn du weißt, dass du einen Teil des Geldes für einen festen Zeitraum (z. B. 6, 12 oder 24 Monate) nicht brauchst, sichert dir das Festgeld einen garantierten Zinssatz, der meist höher als beim Tagesgeld ist.
2. Mittelfristig: Rendite mit überschaubarem Risiko
Hast du einen Zeithorizont von 3 bis 5 Jahren? Dann kommen risikoarme Anlageklassen ins Spiel.
- Geldmarkt-ETFs: Diese bilden die kurzfristigen Zinsen ab, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen. Sie sind eine moderne Alternative zum Tagesgeld und oft sehr nah am aktuellen EZB-Zinssatz.
- Kurzlaufende Staatsanleihen: Hier leihst du Staaten wie Deutschland Geld. Das Risiko ist minimal, und die Rendite liegt oft über dem, was ein normales Girokonto bietet.
3. Langfristig: Vermögensaufbau (über 5–10 Jahre)
Geld, das “übrig” ist und langfristig wachsen soll, ist auf dem Konto am schlechtesten aufgehoben, da die Inflation dort am stärksten zuschlägt.
- Aktien-ETFs (z. B. MSCI World): Mit einem weltweit gestreuten ETF investierst du in tausende Unternehmen gleichzeitig. Historisch gesehen gleicht dies Schwankungen aus und bietet die Chance auf eine Rendite, die deutlich über der Inflationsrate liegt.
Strategie-Check: Wo soll das Geld hin?
| Ziel | Empfehlung | Verfügbarkeit |
| Notgroschen | Tagesgeld | Sofort |
| Urlaub/Anschaffung (1 Jahr) | Festgeld (kurz) | Nach Laufzeitende |
| Altersvorsorge / 10+ Jahre | Weltweiter Aktien-ETF | Börsentäglich |
Zusammenfassung der ersten Schritte
- Bank wechseln: Wenn deine aktuelle Bank immer noch Gebühren für hohe Guthaben verlangt oder gar keine Zinsen zahlt, ist ein Wechsel zu einer Direktbank oft der einfachste Hebel.
- Konten-Hopping vermeiden: Es bringt wenig, wegen 0,1% Unterschied ständig das Konto zu wechseln. Suche dir eine Bank mit soliden Konditionen.
- Investieren statt Parken: Alles, was über deinen Notgroschen (ca. 3–4 Monatsgehälter) hinausgeht, sollte produktiv arbeiten.
Strategie-Check: Welches Tool für welchen Zweck?
| Ziel | Empfehlung | Risiko | Verfügbarkeit |
| Notgroschen | Tagesgeld | Sehr gering | Täglich |
| Puffer für Steuern/Urlaub | Geldmarkt-ETF | Sehr gering | Innerhalb 2-3 Tagen |
| Anschaffung in 3 Jahren | Festgeld | Gering | Nach Laufzeitende |
| Altersvorsorge / 10+ Jahre | Aktien-ETF | Mittel bis Hoch | Börsentäglich |
Wichtige Faktoren, die du beachten solltest:
- Einlagensicherung: Achte darauf, dass dein Geld bei Banken innerhalb der EU liegt. Hier sind pro Bank und Kunde mindestens 100.000 € gesetzlich abgesichert.
- Freistellungsauftrag: Vergiss nicht, deiner Bank einen Freistellungsauftrag zu erteilen. In Deutschland sind Kapitalerträge bis zu 1.000 € (Single) bzw. 2.000 € (Verheiratete) pro Jahr steuerfrei.
- Die Kostenfalle: Vermeide teure “aktiv verwaltete” Fonds deiner Hausbank, bei denen oft 2-5 % Ausgabeaufschlag und hohe jährliche Gebühren anfallen. ETFs kosten oft nur 0,2 % pro Jahr.
Zusammenfassung der ersten Schritte
- Status Quo prüfen: Wie viel Geld liegt aktuell ungenutzt auf dem Girokonto?
- Notgroschen definieren: Behalte ca. 3 Nettomonatsgehälter auf dem Tagesgeld.
- Überschuss aufteilen: Schiebe den Rest in Festgeld (Planbarkeit) oder einen ETF-Sparplan (langfristiges Wachstum).
