Stellen Sie sich vor, Sie sitzen am Küchentisch, der Kaffee dampft, und Sie starren auf Ihren alten Heizkessel. Er brummt noch, aber wie lange noch? In den letzten Jahren fühlte sich dieses Szenario an wie ein Horrorfilm. Man hatte Angst, dass Robert Habeck persönlich vorbeikommt und die Heizung aus dem Keller reißt.
Aber jetzt atmen Sie tief durch. Es ist fast 2026. Die Karten werden neu gemischt.
Das Heizungsgesetz 2026 steht vor einer massiven Überarbeitung. Oder besser gesagt: Es soll komplett auf den Kopf gestellt werden. Jens Spahn und die Union wollen den Rotstift ansetzen, während die SPD versucht, zu retten, was zu retten ist. Es ist wie eine schlechte Beziehung, in der sich das Paar nicht einigen kann, wer den Hund behält – nur dass der Hund in diesem Fall Ihre Gasheizung ist.
Was bedeutet dieses politische Tauziehen wirklich für Sie, Ihr Bankkonto und Ihren Heizungskeller? Lassen Sie uns das Drama entwirren.
Der große Plan: „Weg mit dem Zwang!“
Wenn es nach Jens Spahn (CDU) geht, ist die Sache einfach: Die Fesseln müssen weg. Spahn hat angekündigt, das umstrittene Gesetz der Ampel-Regierung massiv zu beschneiden. Sein Schlachtruf für das Heizungsgesetz 2026 lautet: Freiheit für Hausbesitzer im Bestand.
„Das Heizungsgesetz abzuschaffen, heißt für uns, dass es keinen Zwang bei Heizungen im Bestand gibt“, sagte Spahn kürzlich. Das klingt erst einmal wie Musik in den Ohren vieler Eigenheimbesitzer. Keine staatlichen Vorschriften mehr, die Ihnen diktieren, wann Sie Ihre funktionierende Heizung rauswerfen müssen. Technologieoffenheit ist das neue Zauberwort.
Aber wie bei jedem guten Thriller gibt es einen Haken.
Die 65-Prozent-Regel: Der Elefant im Raum
Hier wird es technisch, aber bleiben Sie bei mir – es geht um Ihr Geld. Der Kern des aktuellen Streits ist die sogenannte 65-Prozent-Regel.
Bisher hieß es: Wenn Sie eine neue Heizung einbauen, muss diese zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen. Das war quasi das Ticket für die Wärmepumpe und der Tod für die reine Öl- oder Gasheizung.
Die Union und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sagen jetzt knallhart: „Die 65 Prozent müssen weg.“ Sie wollen diese Quote streichen.
Doch die SPD spielt da nicht mit. Für die Sozialdemokraten ist diese Regel die letzte Bastion des Klimaschutzes im Gebäudesektor. Nina Scheer von der SPD warnt davor, dass Technologieoffenheit kein „Freifahrtschein für Planlosigkeit“ sein darf. Sie wollen an der Regel festhalten.
Das Ergebnis? Ein klassisches Patt. Eigentlich sollte das neue Gesetz – das jetzt schick „Gebäudemodernisierungsgesetz“ heißen soll – schon zu Weihnachten unter dem Baum liegen. Aber weil sich Union und SPD so uneinig sind, wurde die Bescherung auf Ende Februar 2026 verschoben.
Der Plot-Twist: Brüssel und die Richter
Gerade wenn man denkt, man hätte die Story verstanden, kommt der Twist. Selbst wenn die Union ihren Willen durchsetzt und die 65-Prozent-Regel im Heizungsgesetz 2026 streicht, könnte das Ganze illegal sein.
Ja, Sie haben richtig gelesen. Experten und Juristen werfen ein, dass eine komplette Streichung gegen EU-Recht verstoßen könnte. Es gibt ein sogenanntes „Verschlechterungsverbot“. Das bedeutet vereinfacht: Wenn man einmal wirksame Klimaschutzmaßnahmen beschlossen hat, darf man sie nicht einfach streichen, ohne etwas gleichwertiges Neues zu haben.
Wenn die Regierung also die Regeln einfach lockert, könnten Klagen drohen – oder ein Veto aus Europa. Das würde bedeuten: Zurück auf Los.
Was heißt das jetzt für Sie?
Wir befinden uns in einer Phase der Unsicherheit. Hier ist der aktuelle Fahrplan für das Heizungsgesetz 2026:
- Januar 2026: Die Politiker setzen sich wieder an einen Tisch (hoffentlich mit weniger Streit).
- Februar 2026: Das Gesetz soll beschlossen werden.
- Die Realität: Bis dahin wissen wir nicht sicher, ob die Wärmepumpe Pflicht bleibt oder ob der Gas-Kessel ein Comeback feiert.
Mein Rat an Sie: Verfallen Sie nicht in Panik. Wenn Ihre Heizung noch läuft, lehnen Sie sich zurück und beobachten Sie das Schauspiel. Wer jetzt überstürzt handelt, verbrennt vielleicht Geld für eine Technologie, die in drei Monaten gar nicht mehr vorgeschrieben ist – oder investiert in eine alte Technik, die bald verboten wird, weil die EU einschreitet.
Das Heizungsgesetz 2026 soll alles „einfacher und flexibler“ machen. Ob das klappt, oder ob wir nur ein neues bürokratisches Monster mit anderem Namen bekommen, werden wir im Frühling sehen. Bis dahin bleibt es spannend – fast so spannend wie der Tatort am Sonntagabend, nur dass es diesmal um Ihren Keller geht.