1. Die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters
Der wichtigste Faktor ist die gesetzliche Rente mit 67. Seit 2012 wird die Altersgrenze schrittweise angehoben.
- Für alle, die 1964 oder später geboren sind, liegt das reguläre Renteneintrittsalter bei 67 Jahren.
- Wer früher in Rente gehen möchte (z. B. mit 63 oder 65), muss oft dauerhafte Abschläge in Kauf nehmen (0,3 % pro Monat vorzeitigem Ruhestand).
2. Die „Rentenlücke“ durch Inflation und Nettokaufkraft
Im Rentenbescheid stehen meist drei Zahlen. Die wichtigste Erkenntnis hierbei ist: Brutto ist nicht gleich Netto.
- Kaufkraftverlust: Die voraussichtliche Rentenhöhe berücksichtigt meist keine zukünftige Inflation. 2.000 € Rente in 20 Jahren haben eine deutlich geringere Kaufkraft als heute.
- Abzüge: Von der im Bescheid genannten Summe gehen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern ab.
- Ergebnis: Um den gewohnten Lebensstandard zu halten, entscheiden sich viele dafür, länger zu arbeiten, um mehr Rentenpunkte zu sammeln.
3. Das sinkende Rentenniveau
Das gesetzliche Rentenniveau (das Verhältnis der Rente zum Durchschnittslohn) sinkt tendenziell, da immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssen (demografischer Wandel). Um die gleiche Rentenhöhe wie frühere Generationen zu erreichen, ist eine längere Einzahlungsdauer fast unumgänglich.
4. Fehlende Versicherungsjahre
Der Bescheid zeigt oft lückenhafte Biografien:
- Studienzeiten, Kindererziehung oder Arbeitslosigkeit können zu Lücken führen.
- Wer später ins Berufsleben eingestiegen ist, benötigt die zusätzliche Zeit am Ende der Karriere, um die nötigen Beitragsjahre für eine abschlagsfreie Rente zu füllen.
Was Sie jetzt tun können
Es ist ratsam, den Bescheid nicht nur abzuheften, sondern aktiv gegenzusteuern:
- Kontenklärung: Prüfen Sie, ob alle Zeiten (Ausbildung, Pflege von Angehörigen etc.) korrekt erfasst sind.
- Zusätzliche Vorsorge: Da die gesetzliche Rente oft nur eine Basisabsicherung ist, wird die betriebliche oder private Vorsorge immer wichtiger.
- Flexirente nutzen: Man kann auch nach Erreichen der Altersgrenze weiterarbeiten und so die Rente durch zusätzliche Beiträge und den Verzicht auf den Rentenbezug deutlich steigern.

